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Der Pinkelstein von Idefix
Große Steinausstellung und vieles mehr im Familienpark Sottrum
„Der Mensch will spielen“, ist sich Peter Deicke, Leiter des
Familienparks Sottrum, sicher. Ob groß oder klein, jung oder alt, die Lust am
Spielen geht nie verloren. Und in Sottrum kann der Besucher die Welt spielerisch
entdecken und dabei lustvoll lernen.
Die Themen im Familienpark sind unüberschaubar und drehen sich
um Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine. Es gibt Sonnenuhren bei denen der
Mensch selbst zum Zeiger wird, Baumstämme die kleinste Geräusche übertragen,
Spiegel die grotesk das eigene Bild verzerren oder ein Museum in dem das Nichts
ausgestellt wird. Peter Deicke präsentiert Wissen mit Spaß und Humor und nicht
mit erhobenem Zeigefinger. Dabei geht es um das Gewicht der Luft, das Leben in
der Steinzeit, die Geschichte der Menschheit oder die Wunderwelt der Pilze.
Alles wird so präsentiert, dass sowohl kleine Kinder als auch große
Wissenschaftler ins Staunen geraten und sich an den Wundern der Natur erfreuen
können.
Der Park ist mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. In jeder
Ecke gibt es etwas zu entdecken und jedes Jahr kommen neue Spielgelegenheiten
dazu. In diesem Jahr wurde eine große Halle aus Holz gebaut, in der das
Hüpfkissen untergebracht ist. Hier ist auch der Rückzugsort bei Regen mit vielen
geschützten Sitzgelegenheiten.
Ein Projekt, das Peter Deicke schon seit langem verfolgt, ist
die große Steinausstellung. „So“, da ist sich Peter Deicke sicher, „wurden
Steine noch nie gezeigt“. Es gibt viele Steine zu sehen: große Blöcke aus
Granit, Basalt, Diabas, Quarz, Kalk, Marmor und Chromglimmer, von Wind, Sand und
Wasser bearbeitet, durch Frost und Pflanzen gespalten und durch chemische
Prozesse verändert. Die Steinausstellung zeigt magmatische Gesteine aus dem
geschmolzenen Inneren der Erde, Sedimentgesteine, die schichtweise abgelagert
werden und metamorphe Gesteine, entstanden aus Hitze und Druck. Eine große Mauer
zeigt den ersten Stein aus Menschenhand – den Lehm in verschiedensten Varianten:
Lehm auf Weidengeflecht, Lehm auf Schilf, Lehm mit Muscheln, Lehmziegel und
Stampflehm. Es fehlen auch nicht die Edelsteine, die der Besucher selbst suchen,
bestimmen und mit nach Hause nehmen kann.
Steine werden meist in Mauern verarbeitet, deshalb steht in
dieser Ausstellung die Klagemauer und gleich daneben die Lobemauer, in der sich zwei Menschen
gegenseitig loben können. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Nixenstein, auf
dem die Meerjungfrau saß, der Grenzstein mit dem Wappen der DDR oder eine
Steinschleuder.
Doch damit nicht genug: Die Ausstellung zeigt Steine in der
Rechtssprechung: die Lästersteine, die im Mittelaltern streitbaren Personen um
den Hals gehängt wurden oder der Mühlstein, den die Verbrecher tragen mussten.
Ein anderer Bereich der Ausstellung trägt den Titel „Vom Deckstein zum
Denkstein“ und erzählt die Bestattungstechnik mit Steinen. Da darf natürlich
auch nicht der Hinkelstein von Obelix fehlen und gleich daneben steht der
Pinkelstein von Idefix. Schließlich taucht der Stein auch in der Literatur auf:
Goethe, Kleist und Shakespeare werden auf ihre Steininhalte zitiert.
Wer lieber Tiere streicheln als Steine bestaunen will, der
kommt auch nicht zu kurz. Im Streichelzoo wartet eine ganze Horde junger Ziegen
auf die Besucher, junge Schweine jagen quiekend durch den Stall und knuddlige
Schafe hüpfen auf dem Rücken ihrer Eltern. Nicht nur die Menschen auch die
jungen Tiere wollen immer nur das eine im Familienpark: spielen!